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EC-Wert Tabelle Cannabis: TDS, PPM & mS richtig messen

Hand mit einem digitalen EC-Messgerät zur Kontrolle der Nährlösung (TDS, PPM) bei Cannabis-Pflanzen in einem modernen Grow-Setup – StrainLab Guide
Hand mit einem digitalen EC-Messgerät zur Kontrolle der Nährlösung (TDS, PPM) bei Cannabis-Pflanzen in einem modernen Grow-Setup – StrainLab Guide

EC-Wert Tabelle Cannabis: TDS, PPM & mS richtig messen

Hast du dich jemals gefragt, warum deine Pflanzen trotz teurem Dünger gelbe Blätter bekommen oder das Wachstum stagniert? Die Antwort liegt oft in der „unsichtbaren" Konzentration deiner Nährlösung. In diesem Guide bekommst du komplette EC-Tabellen für jede Wachstumsphase, eine Umrechnungstabelle EC ↔ PPM ↔ TDS sowie konkrete Mess-Tipps für Erde, Kokos und Hydro.

📋 Schnellantwort: Was ist der ideale EC-Wert für Cannabis?

In der Vegetation liegt der ideale EC-Wert für Cannabis bei 1,0–1,4 mS/cm (Erde) bzw. 1,2–1,6 mS/cm (Hydro). In der Blüte sind es 1,4–2,0 mS/cm. Stecklinge brauchen nur 0,4–0,6 mS/cm. Umrechnung in PPM: EC × 500 (US-Skala / Hanna) oder EC × 700 (EU-Skala / Bluelab).

Was ist der EC-Wert bei Cannabis?

Der EC-Wert (Electrical Conductivity, elektrische Leitfähigkeit) misst die Konzentration gelöster Salze — also den Düngergehalt — in deiner Nährlösung. Gemessen wird in mS/cm (Millisiemens pro Zentimeter). Je höher der EC, desto mehr Nährstoffe stehen den Wurzeln zur Verfügung. Aber: Zu hoher EC führt zu Salzstress und Verbrennungen, zu niedriger zu Mangelerscheinungen. Der EC ist neben dem pH-Wert die wichtigste Steuergröße im professionellen Cannabis-Anbau.

In Europa wird ausschließlich EC verwendet. In den USA findest du oft den Wert in PPM (Parts per Million), gemessen über TDS-Meter. PPM ist aber doppelt definiert (500er- und 700er-Skala) — Umrechnungsfehler sind die Hauptursache für Über- oder Unterdüngung.

📊 EC-Wert Tabelle Cannabis: Schnellübersicht für jede Phase

Diese EC-Tabelle zeigt dir die optimalen Nährstoffkonzentrationen für jede Lebensphase deiner Cannabispflanze. Speichere sie auf dem Handy oder druck sie aus:

Wachstumsphase EC (mS/cm) PPM (500er) PPM (700er) Hinweis
Keimung & frische Klone 0,4 – 0,6 200 – 300 280 – 420 Nur Wurzelbildung, keine Salze
Frühe Vegetation 0,8 – 1,2 400 – 600 560 – 840 Erste Blätter, langsam steigern
Späte Vegetation 1,2 – 1,6 600 – 800 840 – 1.120 Maximales Wachstum
Frühe Blüte 1,4 – 1,8 700 – 900 980 – 1.260 Blütenanlage, Phosphor steigern
Späte Blüte 1,6 – 2,2 800 – 1.100 1.120 – 1.540 Maximale Buddichte
Spülphase (letzte 1–2 Wochen) 0,2 – 0,4 100 – 200 140 – 280 Nur klares Wasser, EC = Leitungswasser

💡 Tipp: Diese Werte gelten für Erde. Für Kokos und Hydro siehe Tabelle weiter unten.


🔄 Umrechnungstabelle: EC ↔ PPM ↔ TDS ↔ mS

Verschiedene Messgeräte zeigen verschiedene Werte. Mit dieser Umrechnungstabelle vergleichst du sie zuverlässig:

EC (mS/cm) EC (µS/cm) PPM (500er Skala, US Hanna) PPM (700er Skala, US Bluelab) TDS (mg/L)
0,5 500 250 350 320
0,8 800 400 560 512
1,0 1.000 500 700 640
1,2 1.200 600 840 768
1,5 1.500 750 1.050 960
1,8 1.800 900 1.260 1.152
2,0 2.000 1.000 1.400 1.280
2,4 2.400 1.200 1.680 1.536

Faustformeln:
• 1 mS/cm = 1.000 µS/cm
• EC × 500 = PPM (500er Skala) → in den USA üblich (Hanna, TDS-Truncheon)
• EC × 700 = PPM (700er Skala) → europäische Hersteller (Bluelab)
• EC × 640 = TDS in mg/L


🌱 EC-Werte je nach Substrat: Erde vs. Kokos vs. Hydro

Das gleiche EC bedeutet für deine Pflanze nicht das gleiche – je nach Substrat reagieren die Wurzeln anders auf die Salzkonzentration:

Phase Erde (mS/cm) Kokos (mS/cm) Hydro / DWC (mS/cm)
Klone / Keimlinge 0,4 – 0,6 0,6 – 0,8 0,4 – 0,6
Vegetation 1,0 – 1,4 1,2 – 1,8 1,2 – 1,6
Blüte 1,4 – 2,0 1,8 – 2,4 1,6 – 2,2
Spülphase 0,2 – 0,4 0,4 – 0,6 0,2 – 0,4

Warum die Unterschiede? In Kokos bindet das Substrat Calcium und Magnesium – du musst etwas höher dosieren. In Hydro sind die Nährstoffe direkt verfügbar, daher können die Pflanzen empfindlicher reagieren.


1. Was bedeuten EC, TDS, PPM und mS?

EC (Electrical Conductivity) – Der Goldstandard

EC steht für die elektrische Leitfähigkeit. Da Nährsalze im Wasser Strom leiten, gilt: Je mehr Dünger im Wasser ist, desto höher ist der EC-Wert. Er ist der präziseste Wert für Grower in Europa.

  • Einheit: mS/cm (Millisiemens pro Zentimeter)

mS und µS (Millisiemens & Mikrosiemens)

Das sind schlicht die Maßeinheiten für den EC-Wert.

  • 1 mS/cm = 1.000 µS/cm. Die meisten Handmessgeräte zeigen Werte wie „1.2 mS" oder „1200 µS" an.

TDS & PPM (Total Dissolved Solids)

TDS beschreibt die „Summe der gelösten Feststoffe" und wird in PPM (Parts Per Million) gemessen. Dieser Wert wird oft in den USA genutzt. Wichtig: TDS-Meter messen eigentlich den EC-Wert und rechnen ihn nur um. Dabei gibt es verschiedene Umrechnungsfaktoren (500er vs. 700er Skala), was oft zu Verwirrung führt. Tipp: Bleib beim EC-Wert, um Fehler zu vermeiden!

PPT (Parts Per Thousand)

PPT ist die „große Schwester" von PPM. 1 PPT entspricht 1.000 PPM. In der herkömmlichen Pflanzenzucht begegnet dir dieser Wert eher selten, er wird meist bei extrem hohen Salzkonzentrationen oder im Meerwasserbereich genutzt.


2. Profi-Tipps für die Messung

  1. Der Ausgangswert zählt: Messe zuerst dein Leitungswasser. Hat es bereits einen EC von 0,6, bleibt dir weniger „Platz" für Dünger, als wenn du Umkehrosmosewasser (EC fast 0) nutzt.
  2. Die Temperaturfalle: Die Leitfähigkeit ändert sich mit der Temperatur. Achte darauf, dass dein Messgerät eine ATC (Automatische Temperaturkompensation) hat.
  3. pH-Wert nicht vergessen: Der perfekte EC-Wert bringt nichts, wenn der pH-Wert falsch ist. Nur im richtigen pH-Bereich (ca. 5,8 – 6,5) können die Wurzeln die gemessenen Salze auch wirklich aufnehmen.
  4. Regelmäßig kalibrieren: Ein Messgerät, das nicht kalibriert ist, ist ein Ratgeber für Katastrophen. Kalibriere dein Gerät alle 4 Wochen mit einer Standardlösung.
  5. Runoff messen: Nicht nur die Nährlösung, sondern auch das Drainagewasser messen. Steigt der EC im Runoff stark, sammeln sich Salze im Substrat – dann spülen!

❓ Häufige Fragen zum EC-Wert

Was ist ein guter EC-Wert für Cannabis?

In der Vegetation liegt der ideale EC-Wert zwischen 1,0 und 1,4 mS/cm (Erde) bzw. 1,2 und 1,6 mS/cm (Hydro). In der Blüte zwischen 1,4 und 2,0 mS/cm. Bei Stecklingen sollte der EC bei nur 0,4 – 0,6 mS/cm liegen.

Wie rechne ich PPM in EC um?

PPM (500er Skala, US Hanna) ÷ 500 = EC in mS/cm. Beispiel: 800 PPM ÷ 500 = 1,6 mS/cm. Bei der 700er Skala (Bluelab): PPM ÷ 700 = EC. Beispiel: 1.120 PPM ÷ 700 = 1,6 mS/cm.

Was passiert bei zu hohem EC-Wert?

Ein zu hoher EC führt zu Überdüngung: Die Blätter zeigen verbrannte Spitzen („Klauen" oder „Nutrient Burn"), das Wachstum stagniert und im schlimmsten Fall sterben Wurzeln ab. Sofort mit klarem Wasser spülen!

Was passiert bei zu niedrigem EC-Wert?

Bei zu niedrigem EC fehlen Nährstoffe: gelbe Blätter (Stickstoffmangel), violette Stiele (Phosphormangel) oder dunkle Ränder (Kaliummangel). Vorsichtig die Düngerdosis erhöhen.

Welches Messgerät brauche ich?

Ein einfaches EC-Handmessgerät mit ATC (Automatische Temperaturkompensation) reicht völlig aus – Marken wie Bluelab, Hanna oder Adwa sind zuverlässig. Achte unbedingt auf regelmäßige Kalibrierung.

Soll ich EC oder PPM nutzen?

Für Europäer: immer EC. PPM ist verwirrend wegen der zwei Skalen (500er vs 700er). EC ist eindeutig und international vergleichbar.


Fazit: Kontrolle führt zu Qualität

Die Messung von EC und TDS ist kein Hexenwerk, sondern das Handwerkszeug eines erfolgreichen Growers. Wenn du die Nährstoffkonzentration im Griff hast, vermeidest du Stress für deine Pflanzen und maximierst die Terpen- und Trichombildung.

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5. Häufige Fehler bei der EC-Messung — und wie du sie vermeidest

  1. Messung im warmen Wasser: Bei 30 °C zeigt das Gerät einen höheren EC als bei 20 °C bei gleicher Nährstoffmenge. Nutze ATC-Geräte (Automatische Temperaturkompensation).
  2. Kalibrierung vergessen: Nach 4–6 Wochen liegt ein nicht kalibriertes Gerät schnell 20 % daneben. Standardlösung verwenden und alle 4 Wochen kalibrieren.
  3. Verwechslung der PPM-Skala: 800 PPM (500er-Skala) = 1,6 mS/cm. 800 PPM (700er-Skala) = 1,14 mS/cm. Das ist ein Faktor von 40 % — Riesenfehler in der Düngung.
  4. Nur die Eingangslösung messen: Der Wert im Runoff (Drainagewasser) sagt dir, was tatsächlich im Substrat ankommt. Steigt er stark an, salzt das Substrat auf.
  5. Nicht auf das Substrat anpassen: Kokos braucht 0,2–0,4 mS/cm mehr als Erde, weil das Substrat selbst CalMag bindet.

Quellen & weiterführende Forschung

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