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PPFD-Tabelle Cannabis: Optimales Licht für Veg, Blüte & DLI

Futuristische Growbox mit Cannabispflanze unter optimaler LED-Beleuchtung im Cyberpunk-Stil; zeigt das wichtige türkise und lila Lichtspektrum für Wachstum und Blüte.
Futuristische Growbox mit Cannabispflanze unter optimaler LED-Beleuchtung im Cyberpunk-Stil; zeigt das wichtige türkise und lila Lichtspektrum für Wachstum und Blüte.

PPFD-Tabelle Cannabis: Optimales Licht für Veg, Blüte & DLI

Licht ist der wichtigste Faktor für den Cannabis-Ertrag – noch vor Dünger, Substrat und Genetik. In diesem Guide erklären wir auf Strainlab-Niveau alle drei kritischen Licht-Parameter (Spektrum, Intensität, Photoperiode), zeigen dir konkrete PPFD- und DLI-Tabellen pro Phase und vergleichen die wichtigsten Lampentypen (LED, NDL/HPS, CFL).

📋 Schnellantwort: Welcher PPFD-Wert ist optimal für Cannabis?

Sämlinge: 100–300 PPFD bei 18/6. Vegetation: 400–600 PPFD bei 18/6. Blüte: 700–1000 PPFD bei 12/12. Tagesgesamtlicht (DLI) in der Blüte: 40–60 mol/m²/Tag (ohne CO₂). Eine Vollspektrum-LED mit Samsung LM301B/H-Chips liefert die besten Werte für Home-Grower.

Was bedeutet PPFD bei Cannabis?

PPFD steht für Photosynthetic Photon Flux Density — die Anzahl photosynthetisch wirksamer Photonen, die pro Sekunde auf einen Quadratmeter Pflanzenfläche treffen. Gemessen wird in µmol/m²/s (Mikromol pro Quadratmeter pro Sekunde). PPFD ist der einzige Lichtwert, der für Cannabis-Anbau wirklich relevant ist — Lumen sind eine menschliche Wahrnehmungsmessung und für Pflanzen ohne Aussagekraft.

Während PPFD eine Momentaufnahme ist, summiert das DLI (Daily Light Integral, mol/m²/Tag) das gesamte Tageslicht. Die Formel: DLI = PPFD × Lichtstunden × 0,0036. Beide Werte musst du im Griff haben, um die maximale Ernte rauszuholen.


Warum ist Licht so wichtig?

Pflanzen nutzen Lichtenergie, um Wasser und Kohlendioxid in Zucker (Energie) umzuwandeln. Dieser Prozess heißt Photosynthese. Aber Cannabis kann nicht mit "irgendeinem" Licht etwas anfangen – unsere Augen nehmen Licht anders wahr als Pflanzen. Drei Faktoren entscheiden:

  1. Das Spektrum (Farbe): Welche Wellenlängen strahlt die Lampe ab?
  2. Die Intensität (PPFD): Wie viele Photonen treffen tatsächlich auf die Pflanze?
  3. Die Dauer (Photoperiode + DLI): Wie lange ist das Licht an?

1. Lichtspektrum: Welche Wellenlänge wann?

Cannabispflanzen brauchen in verschiedenen Lebensphasen unterschiedliche Lichtspektren. Hier der Überblick:

Wellenlänge (nm) Farbe Effekt auf Cannabis Phase
280–315 UV-B Erhöht Trichom-/Harzproduktion (Stress-Reaktion) Späte Blüte (vorsichtig)
315–400 UV-A Mild stresserregend, fördert Terpene Blüte
400–500 Blau Kompakter Wuchs, kräftige Stiele, gesundes Grün Veg-Phase ⭐
500–600 Grün-Gelb Dringt tief ins Blätterdach, vorher unterschätzt Alle Phasen
600–700 Rot Bildet Knospen, fördert Bud-Dichte Blüte ⭐
700–740 Fernrot (Far Red) Stretching, Emerson-Effekt, Blütenende Frühe Blüte / kurz vor Lichtaus

Vollspektrum-LED ist heute Standard

Moderne Vollspektrum-LEDs decken alle Bereiche ab. Du musst die Leuchtmittel heute nicht mehr je nach Phase tauschen – eine einzige hochwertige LED begleitet die Pflanze von Sämling bis Ernte. Achte auf:

  • Samsung LM301B/H Chips: Industriestandard für Effizienz
  • UV-IR-Boards: Optional, für letzten Ertrags-/Aroma-Boost in der Blüte
  • Hersteller: Sanlight, Lumatek, Mars Hydro, ViparSpectra, HLG

2. Lichtintensität: PPFD pro Phase

Lumen sind für Pflanzen irrelevant – das ist eine menschliche Wahrnehmungsmessung. Wir messen Licht für Pflanzen in PPFD (Photosynthetic Photon Flux Density, in µmol/m²/s). Dieser Wert sagt aus, wie viele Lichtteilchen pro Sekunde auf einer bestimmten Fläche landen.

Phase PPFD (µmol/m²/s) Bemerkung
Sämlinge / Stecklinge 100–300 Mehr brennt junge Blätter
Frühe Veg (Woche 1–2 nach Sämling) 300–500 Langsam steigern
Vegetative Phase 500–700 Optimum für Biomasse
Frühe Blüte (Woche 1–3) 700–900 Volle Power für Knospenbildung
Hauptblüte (Woche 3–6) 800–1000 Maximaler Ertrag
Späte Blüte (Woche 6+) 700–900 Leicht runter, schont Pflanze
Mit CO₂-Anreicherung 1000–1500 Nur sinnvoll mit CO₂-Düngung

Wie misst du PPFD?

Mit einem PAR-Meter (z.B. Apogee, Photone Smartphone-App). Lux-Meter sind ungenau, da sie nur sichtbares Licht messen, nicht das volle PAR-Spektrum.


3. DLI: Daily Light Integral – das Tagesziel

PPFD ist eine Momentaufnahme. Was wirklich zählt, ist die Tagesgesamtmenge an Licht – das DLI (Daily Light Integral, in mol/m²/Tag).

DLI-Formel: PPFD × Lichtstunden × 0,0036 = DLI

Phase Ziel-DLI (mol/m²/Tag) Beispiel-Setup
Sämling 10–18 200 PPFD × 18h = 13 DLI
Vegetative Phase 25–40 500 PPFD × 18h = 32 DLI
Frühe Blüte 35–50 800 PPFD × 12h = 35 DLI
Hauptblüte 40–60 1000 PPFD × 12h = 43 DLI
Mit CO₂ 50–70 1300 PPFD × 12h = 56 DLI

Über 65 DLI ohne CO₂ kommt es zur Lichthemmung – die Photosynthese stagniert oder kehrt sich um. Mehr ist nicht immer besser.


4. Lampentypen im Vergleich: LED vs. NDL/HPS vs. CFL

Eigenschaft LED (Vollspektrum) NDL/HPS CFL/ESL
Effizienz (µmol/J) 2,5–3,2 (Top: Samsung) 1,7–2,0 0,8–1,2
Hitzeentwicklung Niedrig Sehr hoch Niedrig
Spektrum Vollspektrum + UV/IR Rotlastig (HPS) / blaulastig (MH) Begrenzt
Anschaffung 200 W (€) 120–300 40–80 (+ Vorschaltgerät 60 €) 20–60
Stromkosten/Monat (18 h) ~25 € bei 200 W LED ~50 € bei 400-W-NDL für gleichen Output ~30 € (geringer Ertrag)
Lebensdauer 50.000+ h 10.000–24.000 h 8.000–15.000 h
Wechsel-Intervall Quasi nie Alle 1–2 Grows neuer NDL-Stab Alle 1–2 Grows
Empfehlung ⭐ Goldstandard für 95 % aller Grows Nur in Großanlagen oder mit CO₂ Nur für Anzucht/Stecklinge

5. Lampengröße nach Growbox: Was passt wo?

Growbox-Größe Empfohlene LED-Wattage Erwarteter Ertrag (max.)
60×60×140 cm (1 Pflanze) 80–120 W 50–100 g
80×80×160 cm (1–3 Pflanzen) 120–200 W 100–250 g
100×100×200 cm (3–4 Pflanzen) 200–300 W 250–400 g
120×120×200 cm (4–6 Pflanzen) 320–480 W 400–600 g
150×150×220 cm (6–9 Pflanzen) 500–700 W 600–900 g

Faustregel: Etwa 25–35 W LED-Power pro 0,1 m² Grundfläche. Lieber dimmbare Lampe nehmen – so kannst du in der Veg-Phase auf 50 % runter und in der Blüte auf 100 % gehen.


6. Lichtzyklus: Wann muss das Licht an sein?

Photoperiodische Sorten (klassisch)

Sie beginnen erst zu blühen, wenn die Tage kürzer werden:

  • Wachstum: 18 Stunden Licht / 6 Stunden Dunkelheit (18/6)
  • Blüte: 12 Stunden Licht / 12 Stunden Dunkelheit (12/12) – strikte Dunkelphase Pflicht!

Autoflowering Sorten

Sie blühen altersabhängig (3–4 Wochen nach Keimung), egal wie viel Licht sie bekommen.

  • Empfehlung: 18/6 oder 20/4 über den gesamten Lebenszyklus
  • Mehr Licht = mehr Ertrag bei Autoflower

Sondertricks für Profis:

  • Gas Lantern Routine (12/5,5/1/5,5): Spart Strom in der Veg-Phase ohne Wachstumsverlust
  • Lichtumstellung im Schritt: Statt sofort 12/12, langsam zu 13/11 → 12/12 für sanfteren Übergang

7. Lampenabstand: Wie nah ist zu nah?

Cannabis LED-Lampenabstand pro Phase: Sämling 50–60 cm, Veg 40–50 cm, Blüte 30–40 cm mit PPFD-Werten 100–1000 µmol/m²/s
💡 LED-Abstand & PPFD pro Wachstumsphase: Sämling 50–60 cm (gedimmt), Veg 40–50 cm, Blüte 30–40 cm (volle Power).
Phase LED-Abstand zur Pflanzenspitze NDL-Abstand
Sämling 50–60 cm (gedimmt) 60–80 cm
Veg-Phase 40–50 cm 50–60 cm
Blüte 30–40 cm 40–50 cm

Test: Halte deine Hand mit dem Handrücken nach oben in Höhe der Triebspitze. Wenn es deiner Hand nach 30 Sekunden zu warm wird, hängt die Lampe zu nah. Bei LED ist das ein guter Indikator – bei NDL sowieso.

Symptome zu nah: Lichtverbrennung (gebleichte Blätter), Hitzestress (eingerollte Blattränder). Mehr zur Klima-Steuerung im VPD-Guide.


8. Häufige Fehler beim Thema Licht

  1. "Amazon-Lila-Lampen": Viele billige China-LEDs versprechen 1000 W, leisten real nur 100 W. Achte auf echte Verbrauchswerte am Stecker und seriöse Hersteller.
  2. Falscher Abstand: Häufigster Grund für verbrannte Spitzen oder kümmerlichen Wuchs.
  3. Lichtlecks in der Blüte: Schon das Licht einer Standby-LED an der Steckdose kann photoperiodische Pflanzen zum Zwittern bringen. Box muss absolut lichtdicht sein.
  4. Lumen statt PPFD: Lumen sagen nichts über Pflanzenlicht aus. Marketing-Trick.
  5. Dauerlicht (24/0): Pflanzen brauchen Dunkelphasen für Stoffwechsel. 24/0 bringt keinen zusätzlichen Ertrag, kostet aber Strom.
  6. UV ohne Plan: UV-B kann den Ertrag boosten, kann aber bei Überdosis Pflanzen verbrennen. Nur mit gemessenen Werten.

FAQ: Häufige Fragen zum Cannabis-Licht

Wie viel Watt LED brauche ich für 1 Pflanze?

Für eine ausgewachsene Indoor-Pflanze in 80×80 cm: 120–200 W LED Vollspektrum. Ergibt 100–250 g Ertrag (sortenabhängig). Achte auf echte Watt am Stecker, nicht auf Marketing-Watt-Angaben.

Was ist besser: LED oder NDL/HPS?

Für Home-Grower klar LED. Höhere Effizienz (2,5+ µmol/J vs. 1,7 NDL), weniger Hitze, längere Lebensdauer. NDL nur in Großanlagen mit CO₂-Anreicherung sinnvoll.

Welcher PPFD-Wert ist optimal in der Blüte?

800–1000 µmol/m²/s in der Hauptblüte. Bei CO₂-Anreicherung bis 1500. Ohne CO₂ bringt mehr keine Mehr-Erträge mehr.

Was ist DLI und warum ist es wichtig?

Daily Light Integral – die Tagesgesamtlichtmenge in mol/m²/Tag. Ziel-Werte: Veg 25–40, Blüte 40–60 (ohne CO₂). DLI ist aussagekräftiger als PPFD allein, weil es Intensität × Dauer kombiniert.

Wie nah darf die LED an die Pflanzen?

Veg-Phase: 40–50 cm zur Spitze. Blüte: 30–40 cm. Bei Bleichen (silbrige Blätter) sofort höher hängen. Test: Wenn deine Hand nach 30 s in Pflanzenhöhe zu warm wird, ist es zu nah.

Sind 24 Stunden Licht (24/0) sinnvoll?

Nein. Pflanzen brauchen Dunkelphasen für Stoffwechsel und Wurzelwachstum. 18/6 ist optimal für Veg, mehr bringt keinen Mehrertrag, kostet nur Strom.

Brauche ich UV-Licht für Cannabis?

Optional. UV-B in der späten Blüte (letzte 2–3 Wochen) kann Trichom-Produktion und Aroma boosten, aber nur mit gemessenen Werten. Ohne UV ist auch Top-Ertrag möglich.

Was passiert bei Lichtlecks in der Dunkelphase?

Photoperiodische Pflanzen können stressbedingt zwittern (männliche Pollensäcke bilden) und ihre Blüte verzögern oder die ganze Ernte ruinieren. Box absolut lichtdicht halten – auch keine Standby-LEDs.

Reicht eine CFL/ESL für die Blüte?

Nein. CFL hat zu wenig Power für die Blüte (max. 200 PPFD). Nur für Sämlinge und Stecklinge geeignet. Für die Blüte zwingend LED oder NDL.


Fazit: Am Licht zu sparen kostet Ertrag

Das Licht ist der Motor deines Grows. Wer hier spart, spart am falschen Ende. Eine hochwertige Vollspektrum-LED sorgt nicht nur für grammweise dicke Blüten, sondern spart langfristig Strom und Nerven beim Temperaturmanagement.

Achte auf das volle Spektrum, die passenden PPFD/DLI-Werte und den richtigen Lichtzyklus – deine Pflanzen werden es dir danken.


📚 Mehr aus dem StrainLab Wiki

💡 Praxis-Tipp: Klimadaten unter starker LED beobachten – Hitzestress ist tückisch. Das Digitale Mini-Hygrometer hilft beim Monitoring.


Quellen & weiterführende Forschung

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